SCHUFA-Auskunft für Vermieter
Was Vermieter verlangen dürfen, wie Mieter die Auskunft beantragen, was sie kostet – und wann eine Bürgschaft die bessere Alternative ist.
Was ist eine SCHUFA-Auskunft für Vermieter?
Die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine private Auskunftei, die Daten zur Zahlungsmoral von Privatpersonen speichert – etwa Kreditverträge, Handyverträge, Konten und Zahlungsstörungen. Vermieter nutzen die SCHUFA-Auskunft, um einzuschätzen, ob ein Mietinteressent finanziell zuverlässig ist und seine Miete regelmäßig zahlen wird.
Ein gesetzliches Recht, eine SCHUFA-Auskunft zu verlangen, gibt es nicht. In der Praxis gehört die Anfrage aber zum Standard – und wer im umkämpften Wohnungsmarkt keine vorlegt, hat oft schlechtere Chancen.
Wer bestellt die Auskunft – und wie?
Die SCHUFA-Auskunft bestellt immer der Mieter selbst – direkt bei der SCHUFA. Vermieter haben keinen eigenen Datenbankzugang. Es gibt zwei gängige Optionen:
1. Kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO
Einmal jährlich hat jede Person das Recht auf eine kostenlose Kopie aller gespeicherten Daten. Diese Datenkopie ist für den persönlichen Überblick konzipiert und enthält alle Rohdaten – sie ist aber weniger übersichtlich aufbereitet als das kostenpflichtige Produkt. Beantragung online unter meineschufa.de.
2. SCHUFA BonitätsCheck
Der BonitätsCheck ist das Standardprodukt, das Vermieter erwarten. Er enthält eine kompakte Bonitätsbewertung mit Score-Wert und ist explizit als Nachweis für Dritte gestaltet. Die Auskunft ist in der Regel sofort digital abrufbar.
| Option | Kosten | Eignung als Vermieternachweis |
|---|---|---|
| Datenkopie (Art. 15 DSGVO) | kostenlos | eingeschränkt |
| SCHUFA BonitätsCheck | ca. 29,95 € | sehr gut |
Was enthält eine SCHUFA-Auskunft?
Die SCHUFA speichert unter anderem:
- Kredit- und Leasingverträge
- Girokonten und Kreditkarten
- Handyverträge
- Zahlungsausfälle und Mahnbescheide
- Insolvenzen und eidesstattliche Versicherungen
Aus diesen Daten errechnet die SCHUFA einen Score-Wert (0–100 %), der die statistische Wahrscheinlichkeit zuverlässiger Zahlungen abbildet. Dieser Score ist das, was Vermieter primär interessiert.
Was tun, wenn die SCHUFA negativ oder lückenhaft ist?
Eine schwache oder fehlende SCHUFA ist häufiger als man denkt. Typische Situationen:
- Einträge durch frühere Zahlungsprobleme (z. B. übersehene Rechnungen)
- Keine SCHUFA-Akte nach langem Auslandsaufenthalt
- Berufseinsteiger ohne Kredit-Historie
- Veraltete oder fehlerhafte Einträge
Die Bürgschaft ersetzt die SCHUFA zwar nicht automatisch, kann aber als ergänzendes oder alternatives Sicherheitsmittel angeboten werden – und erhöht die Chancen auf einen Mietvertrag erheblich. Ob ein Vermieter sie akzeptiert, liegt in dessen Ermessen.
Kostenlose Mietbürgschaft erstellen
Formular ausfüllen, als PDF herunterladen, ausdrucken und handschriftlich unterzeichnen. Keine Registrierung. Alle Daten bleiben in Ihrem Browser.
Zur Bürgschaft Vorlage →Häufige Fragen
Es gibt kein gesetzliches Recht auf Vorlage einer SCHUFA-Auskunft – der Vermieter kann sie nicht erzwingen. In der Praxis ist die Anfrage aber üblich. Wer die Auskunft verweigert, riskiert, dass der Vermieter einen anderen Bewerber bevorzugt. Im umkämpften Wohnungsmarkt legen die meisten Interessenten daher freiwillig eine SCHUFA vor.
Ja. Wer in der kostenlosen Datenkopie fehlerhafte Einträge entdeckt, kann bei der SCHUFA eine Korrektur oder Löschung beantragen. Die SCHUFA ist verpflichtet, unrichtige Daten zu korrigieren oder zu löschen. Richtige, aber negative Einträge werden nach gesetzlich geregelten Fristen automatisch gelöscht – in der Regel drei Jahre nach vollständiger Tilgung einer Schuld.
Nicht automatisch – das liegt im Ermessen des Vermieters. Manche Vermieter akzeptieren eine Bürgschaft als vollständigen Ersatz, andere verlangen beides. Eine Bürgschaft von einer zahlungskräftigen Person (z. B. Elternteil mit eigenem Einkommen) ist aber ein starkes Argument, das die Chancen auf eine Zusage erheblich verbessern kann.
Der kostenpflichtige BonitätsCheck ist in der Regel sofort online abrufbar und kann direkt ausgedruckt werden. Die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO kann je nach gewähltem Weg per Post zugestellt werden und einige Werktage dauern. Online-Beantragung beschleunigt den Prozess.
Die SCHUFA selbst gibt keine offizielle Gültigkeitsdauer vor. Vermieter akzeptieren in der Regel Auskünfte, die nicht älter als drei Monate sind. Da sich die Bonität ändern kann, empfiehlt sich eine aktuelle Auskunft zum Zeitpunkt der Wohnungsbewerbung.